Finanzplanung für jedermann



Quelle: Zeitschrift FAZ vom 16.11.2.011 „Finanzplanung für jedermann“ – auszugsweise zitiert:

Bloß nicht verzetteln bei der Vermögensplanung

Auf der Geburtstagsfeier bei den Nachbarn, da haben sie doch über Geld geredet. Dabei hasst Marie Küster das Thema. Vor allem auf Partys. Sie will lieber über angenehme Dinge reden und nicht über etwas, das sie mit ihrem Ehemann nicht richtig in den Griff bekommt. Debatten um die Finanzplanung der Familie haben schon oft im Zwist geendet - zumal Marie Küster die Familienfinanzen alleine regeln muss. Ihren Mann nerven Gespräche ums Geld.

 

Frust aus Überforderung

Marie Küster hat den anderen Gästen offenbart, dass sie völlig gefrustet ist, wenn es ums Geld geht. Nicht, dass sie Geldsorgen habe, das war den anderen klar. Die 42 Jahre alte Frau arbeitet Teilzeit als Fachärztin in einem Krankenhaus. Mit ihrem Mann, einem Ingenieur, besitzt sie ein Eigenheim, die beiden Kinder sind neun und elf Jahre alt. Die Familie kommt auf ein Haushaltseinkommen von 4000 Euro netto im Monat. Der Frust kommt daher, dass sich Marie Küster überfordert fühlt. Sie hat bezüglich des Geldes stets aus dem Bauch heraus entschieden. Das war schon im Studium so, als sie an einen dieser Finanzvertriebe geraten war, der ihr eine Lebensversicherung mit üppigen Beitragszahlungen aufgeschwatzt hatte. Als sie dann ihr Haus gekauft haben, ging es auch alles ganz schnell: Ihr Bankberater regelte alles, eine aufwendige Recherche hatte Marie Küster nicht gemacht.

 

Zu wenig Aufmerksamkeit für Finanzen

Die Ärztin weiß, dass sie den Finanzen zu wenig Aufmerksamkeit widmet. Sie wünscht sich eine kompetente Finanzberatung, eine neutrale Hilfe. Also jemanden, dem sie vertrauen kann. Ihrem Bankberater, der die Sache mit dem Immobilienkredit gemacht hatte, traut sie nicht zu, diese Rolle zu übernehmen. Nun zahlt sie brav mit ihrem Mann den Immobilienkredit ab und fühlt sich trotzdem schlecht. Denn ständig liest sie in der Zeitung, dass die Kreditzinsen sinken und es sehr günstig sei, eine Immobilie zu kaufen. Hat sie damals schlecht verhandelt?


Die Küsters zahlen jeden Monat 1250 Euro, um ihren Immobilienkredit in Höhe von 250 000 Euro zu tilgen. Es ist nicht so, dass am Ende des Monats kein Geld übrig bleibt, sie haben sogar einige Aktienfonds und Tagesgeldkonten. Aber so langsam macht sich Marie Küster Sorgen, ob es gelingt, etwas Geld für ihre Kinder zur Seite zu legen. In einigen Jahren wollen sie bestimmt studieren, das kostet viel Geld.


Und die Altersvorsorge für sie und ihren Mann macht ihr ebenfalls Bauchschmerzen. Über ihre 85 Jahre alte Mutter, die wohl bald in ein Pflegeheim zieht, will sie lieber nicht nachdenken - jedenfalls nicht, was das finanziell für Folgen hat. Zwar hat ihre Mutter eine gute Rente, doch eine gute pflegerische Betreuung im Alter kostet viel. Kein Wunder also, dass Marie Küster einen Finanzberater finden will, der ihr bei Versicherungen, Immobilienkredit und dem Bankkonto weiterhilft.

 

Die unabhängige Vermögensberatung hat es im Vergleich zu anderen Ländern zwar schwer in Deutschland, weil die Menschen für diese Leistungen nicht gerne zahlen. Doch es gibt zahlreiche Angebote. Dort kostet zum Beispiel je nach Thema eine Beratungsstunde zwischen 40 und 100 Euro.


>Menschen Anfang vierzig, die Familie haben, verzetteln sich schnell bei der Finanzplanung<, so der  Berater. Die Küsters haben keine großen Finanzfehler gemacht. Doch sie haben Optimierungsmöglichkeiten."

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